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Eine Wanderung durch die Rocky Mountains
Im Sommer 1993 fuhren Jan aus Berlin,
er war sechs Jahre später einer der Mitstreiter beim Segelprojekt Berlin-Sydney 2000,
und ich für vier Wochen in den Norden Amerikas.
Mit dem Greyhoundbus fuhren wir von
New York aus quer durch Kanada bis
Vancouver und Seattle.
Im Banff-Nationalpark in den kanadischen
Rocky Mountains machten wir eine
siebentägige Wanderung.
Es folgt ein Auszug eines Reiseberichts
über die gesamte Nordamerikatour, der auch im Buch
13 Reise-Fragemente, das seit Juni 2003 im Handel erhältlich ist, abgedruckt ist.
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Calgary sah aus wie geleckt. Kein Krümelchen verunreinigte die Straßen.
Kleine Tannen zierten die Grünflächen vor den funkelnden Glashochhäusern.
Beschnittene Rosen leuchteten im strahlenden Rot.
Im Sommer 1993 war ich mit Jan, einem guten Freund aus Berlin, sechs Jahre
später war er einer der Mitstreiter beim Segelprojekt Berlin-Sydney 2000, in
Nordamerika unterwegs. Von New York aus fuhren wir mit verschiedenen
Greyhoundbussen über Montreal, Toronto und Winnipeg in die kanadischen Rocky
Mountains.
Im Banff Nationalpark wollten wir eine einwöchige Wanderung durch die Berge
und Täler unternehmen, um von den
vielen Großstädten und der ganzen
Busfahrerei etwas Abstand zu gewinnen.
Von Calgary nach Banff fuhr man mit dem Greyhoundbus drei Stunden. Vorbei
ging es an den ersten langgestreckten Vorläufern des Gebirges. Die ganze
Fahrt
über schauten wir gespannt aus dem Fenster und betrachteten die Berge, die
zunehmend höher und felsiger wurden.
Abenteuerlust kam auf. Die unbeschreibliche Vorfreude auf die Wildnis wuchs.
Auf einem Parkplatz stand eine Gruppe Elche und fraß in aller Ruhe das Gras
und ließ sich von den vorbeirauschenden Fahrzeugen nicht stören.
An einer kleinen Haltestelle im Zentrum von Banff hielt der Bus, und wir
stiegen aus. Genüßlich zogen wir die frische Luft durch die Nase ein und
schauten uns um.
Viele Male hatte ich in der Kindheit Wildnisgeschichten und
Abenteuererzählungen über die Wälder und Prärien Nordamerikas gelesen.
Häufig hatte ich davon
geträumt, einmal in das Land der Rocky Mountains zu fahren. In das Gebiet
meiner früheren Romanhelden, die auf Bärenjagd gingen und sich durch die
Wildnis schlugen.
Ein Traum wurde nach vielen Jahren wahr. Nach dem Aufenthalt in den
verschiedenen Großstädten war es überaus angenehm, in freier Natur zu sein.
Kurz nach dem Eintreffen in Banff wurde es dämmerig, und wir suchten uns
einen Schlafplatz im nah gelegenen Wald. Am Morgen darauf wollten wir uns
Banff
anschauen und noch ein paar nötige Dinge für die Gebirgstour beschaffen.
Einen schmalen Pfad folgten wir bis zu einem kleinen Fluß und beschlossen,
unter einem mächtigen Baum zu übernachten. Die Dunkelheit trat schnell ein,
und wir mußten uns beeilen, das Zelt im fahlen Schein der hinter der
Bergkette
untergehenden Sonne aufzubauen.
In Anbetracht der nicht ganz ungefährlichen Schwarz- und Braunbären packten
wir unsere Lebensmittel in eine Plastiktüte, schnürten diese fest zu und
hängten sie einige Meter entfernt an einen hoch gewachsenen Ast einer
Fichte.
Eigentlich sollte man eine spezielle Bärenbox aus bissfestem Metall
verwenden,
aber die gut verschnürten Tüten taten es auch.
Die Finsternis verhüllte inzwischen den dichten Wald in ein tiefes Schwarz.
»Grrrrrrr. Grrrrrr... Ich glaube, dort hinten raschelt etwas!« flüsterte
ich, nachdem wir uns in die Schlafsäcke gelegt hatten.
»Ja, jetzt machst du noch Witze. Aber pass mal auf, bis du so einen Bären
in der freien Natur siehst«, meinte Jan.
»Naja, die kleinen Bärchen...«, entgegnete ich. »Aber im Ernst, du hast
Recht. Was hast du vorhin gelesen? Auf jeden Quadratkilometer kommt ein Bär?
Das
ist enorm. Es reicht ja auch schon, wenn ein Elch über unser Zelt trampelt.«
»Eine schlimme Vorstellung. Für einen Elch ist doch das Zelt kein ernstes
Hindernis. Wir liegen hier direkt am Fluss. Vielleicht treffen sich hier die
nachtaktiven Tiere...«
Noch eine ganze Weile sprachen wir über Wölfe, Coyoten, Pumas, Elche und
Bären. Dieses Thema entwickelte sich zum Lieblingsgesprächsstoff auf unserer
Wandertour.
Beim Aufgehen der Sonne im Morgengrauen war ich froh, daß die erste Nacht
überstanden war. Kein Elch trampelte über unser Zelt, und kein Grizzly
zerfetzte unsere Tüte.
Im Informationszentrum von Banff holten wir uns die Genehmigung für das
Wandern im Nationalpark und trugen uns in ein Kontrollbuch ein.
Wir unterschrieben, daß wir bei einem Fernbleiben in den Bergen nicht von
einem Hubschrauber gesucht werden brauchten. Wir waren uns nicht sicher, wie
lange unsere Wanderung dauern würde, und somit gaben wir keinen festen
Termin
für unsere Ankunft in Lake Louise an.
Wir erhielten eine kostenlose Standardwanderkarte, die alle wichtigen Pfade
und natürlichen Begebenheiten auf dem Papier eingezeichnet hatte.
In einem Supermarkt kauften wir zwei abgepackte Brote, Wasserflaschen und
zwei kleine flache Plastikflaschen mit kanadischem Whiskey. Mir erschien
alles
recht wenig und fragte:
»Soll das für eine Woche in der Wildnis reichen?«
»Na klar«, meinte Jan. »Jeder von uns hat ein
ganzes Mischbrot und eine
Flasche Whiskey. Außerdem haben wir eine geräucherte Wurst und Kaffeebohnen.
Auf
einem Rastplatz, 20 Kilometer hinter Banff, gibt es etwas zu kaufen. So
steht es in meinem Reiseführer. Dort können wir noch Obst und andere
notwendige
Dinge bunkern.«
»Rastplatz?« fragte ich, »Das kann ich mir eigentlich kaum vorstellen. Aber
nun gut.«
Trotzdem ging ich noch in einen Laden und kaufte für alle Fälle zwei Büchsen
Baked Beans. Mir kam die Sache mit dem
Rastplatz mehr als spanisch vor.
Alles wurde gut verstaut, und los ging es in Richtung Berge und Wälder. Nach
einem zehn Kilometer langen Marsch auf einer Schnellstraße bogen wir ab und
folgten einem Pfad, der an einem ehemaligen Kohleabschürfgebiet
vorbeiführte.
Noch Anfang des Jahrhunderts hatten dort hunderte Menschen gearbeitet und
gewohnt. Heute waren nur die Fundamente der Häuser und rostige Loren auf
alten
verbogenen Schienen als Zeugnis längst
vergangener Zeiten zu sehen.
Zu Beginn unserer Tour liefen wir meist durch die Täler, und die Wege
konnten bequem bewandert werden.
Vorbei ging es an Mooren und sprudelnden Gebirgsflüssen. Am Nachmittag
erreichten wir den Rastplatz. Das sogenannte »Camp«. Auf einer Wiese an
einem
Fluss stand eine kleines gelbes Schild mit der Aufschrift »Cr6«. Etwas
weiter
befand sich eine Feuerstelle. Sonst nichts. Wirklich nichts.
Jan und ich begannen zu lachen. Wir amüsierten uns über die Naivität, zu
glauben, daß es in den Bergen etwas zu kaufen gebe. Wie wäre es mit einem
Fressaliengeschäft in der Wildnis Kanadas?
Unser Lachen verstummte. Uns wurde bewusst, daß wir nicht viele Vorräte bei
uns hatten. Vor uns lag eine anstrengende Gebirgstour.
»Ist schon okay«, meinte ich. »Ich bin dir nicht böse. Ich glaube, wir
werden auch mit dem jetzigen Vorrat auskommen. Es ist zwar verdammt wenig,
aber
nun ja. Zum Glück habe ich noch zwei Büchsen Bohnen gekauft. Ich glaube, die
Sache wird richtig interessant. Wir müssen die Mahlzeiten gut einteilen und
rationieren. Aber es macht vielleicht den Reiz unserer Wanderung aus. Du
kannst
dir denken, wie bald die Landschaft aussehen wird, und wir haben noch keinen
einzigen Menschen gesehen.«
»Es ist mein Fehler! Es war dumm von mir, mich auf den Reiseführer zu
verlassen. Aber egal, es wird schon gehen. Notfalls fangen wir uns etwas und
braten es«, sagte Jan.
»Oder wir pflücken Beeren und bereiten uns einen Salat aus Löwenzahn zu.
Sogar Tannennadeln kann man zur Not essen. Man muss die hellgrünen, zarten
Nadeln nehmen. Die dunklen Nadeln sind zu fest und bitter«, erklärte ich.
Am Abend schlugen wir in einem wunderschönen Tal in der Nähe des Cascade
Rivers unser Nachtlager auf.
Ein Feuer wurde rasch und gekonnt mit vertrockneten Ästen entfacht und
darauf Kaffee in einem Blechtopf gekocht. Die Landschaft war reizend, und
der
Abend am Lagerfeuer sollte romantisch wie in den Wildnisfilmen werden.
Hinter den
felsigen Bergketten verabschiedete sich langsam die Sonne.
Zu unser Überraschung traf noch ein weiterer Wanderer an unserem Platz ein.
Ein junger Japaner, der allein unterwegs war und eine große Strecke vor sich
zu haben schien, setzte ein paar Meter weiter seinen Rucksack ab.
Er war Student und verbrachte seine Semesterferien in
den Bergen des Banff
Nationalparks. Zur Begrüßung tranken wir gemeinsam einen Schluck kanadischen
Whiskey, der mild und sehr schmackhaft war. Nachts im Zelt wurde es
bitterkalt. Mein dünner Schlafsack wärmte kaum, und ich zog meine Lederjacke
über. Es
herrschte Bodenfrost, und unsere Wanderstiefel waren am Morgen im bereiften
Gras festgefroren. Sehnsüchtig warteten wir auf den Moment, an dem die Sonne
hinter den Bergkuppen auftaucht.
Neben dem Zelt plätscherte ein Gebirgsbach, der uns zu einer spontanen Wette
inspirierte. Jan gewann sie. Er ging tatsächlich in dem Bach baden, dessen
Wasser eine Temperatur von vielleicht vier, fünf Grad Celsius hatte. Für
einen
kurzen Moment tauchte er im eiskalten Wasser unter, und ich hielt diese
Aktion mit einem Beweisfoto fest.
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Nachts war es empfindlich kalt, doch tagsüber kam überdurchschnittliche
Hitze auf. Die Sonne brannte auf dem Nacken, und der ständige Durst wurde
beim
Wandern zur Qual.
An jedem Bach und Rinnsal hielten wir und tranken das erfrischende Wasser.
Eigentlich sollte man das Wasser wegen möglicher Wurmeier und Bakterien, die
Durchfallerkrankungen hervorrufen können,
nicht trinken und vorher abkochen.
So machten wir uns anfangs die Mühe und kochten das Wasser über dem offenen
Feuer ab und füllten es anschließend im abgekühlten Zustand in
Plastikflaschen
ab.
Das Wasser schmeckte widerlich, muffig, rauchig und bitter. Da wir kein
Micropur bei hatten, und das abgekochte Wasser ungenießbar war, nahmen wir
das
Risiko auf uns und vergnügten uns mit dem frisch aus den Bächen geschöpften
Wasser.
Doch schon bald verging mir das Vergnügen. Neben dem Weg floss ein kleiner
Rinnsal, aus dem ich etwas Wasser mit der hohlen Hand schöpfte und trank.
Zwei
Kilometer weiter konnte ich dann sehen, woher dieses Wasser stammte. Es kam
aus einem großen, morastigen Teich.
Mir drehte sich beim Anblick des schwarzen, trüben Gewässers mein Magen um.
Schnell versuchte ich die Gedanken an gefährliche Krankheitskeime zu
verdrängen.
Seit diesem Erlebnis tranken wir nur noch das Wasser der hohen
Gebirgsregionen, das von den Gletschern und reinen Quellen der Gipfel hinab
ins Tal
sprudelte.
Bis zum Berg Bonnet Peak folgten wir dem Cascade River. Mittlerweile liefen
wir ein gutes Stück und bemerkten, daß unsere Stiefel doch nicht so gut
waren
wie zuvor angenommen. Zumindest hätten wir sie einige Zeit vor der
Wandertour eintragen müssen.
Der Zeitraum vom Kauf der Stiefel in einem Geschäft in Winnipeg und der
Wanderung in den Rocky Mountains war einfach gehend zu kurz.
Meine Füße, von Natur aus anfällig für Blasen und Schwielen, waren schon
bald wund gelaufen. Immer mehr schmerzten die Füße, jedoch entschädigten die
grandiosen Panoramen und das schöne Wetter die Strapazen.
Jan und ich marschierten einen recht breiten Weg entlang, der durch einen zu
beiden Seiten dicht gewachsenen Wald führte. Rechts ging es steil bergauf
und links bergab. In Gedanken versunken, oft drehten sich diese um die
schlecht
eingetragenen Stiefel und schmerzenden Füße, wanderten wir der Karte
folgend, als es plötzlich wenige Meter vor uns im Gebüsch knackte.
Zwei große kapitale Hirsche brachen krachend aus dem Unterholz hervor und
kreuzten unseren Weg. Es waren prächtige Tiere, die uns einen gehörigen
Schreck
einjagten. Es hätte schließlich auch ein Bär sein können.
So schnell wie die Hirsche aus dem Unterholz brachen, waren sie auch wieder
im dichten Wald verschwunden.
An genau diesem Nachmittag sollten wir eine sehr wichtige Entscheidung
treffen. An einem reißenden Fluß, nur ein morscher, umgestürzter Baum diente
als
Überführung, mussten wir uns für eine Routenvariante entscheiden.
Zum einen blieb uns der Weg über den Fluß in das sogenannte »Grizzly Area«,
und zum anderen konnten wir einen kürzeren Weg über zwei Gebirgspässe
wählen.
Nach einer ausführlichen Beratung sprachen wir uns für die kürzere Variante
der Tour über die beiden Pässe aus.
Wir liefen nicht wie zuerst geplant bis zum Clearwater, sondern über die
beiden Gebirgspässe in Richtung Westen. Allein diese Route sollte hart genug
werden.
Die Tour durch das unwegsame und unberechenbare Gebiet des »Grizzly Area«
hätte unabsehbare Folgen für uns haben
können. Unsere Proviantvorräte waren
äußerst bescheiden, die Füße zerschunden, und meine Zehen blutig und
geschwollen.
Sicher, Jan und ich waren in guter körperlicher Verfassung, und es ging
anfangs flott voran, doch die Fitness sollte am ersten Gebirgspass wegen des
schlechten Schuhwerks schlagartig abnehmen.
In einem traumhaften Tal bauten wir gerade unser kleines Nachtlager auf, als
drei Männer zu uns kamen.
Wie sie uns mitteilten, kamen sie aus den USA. Unter ihnen war einer, der
sich als »Native« bezeichnete und indianische Vorfahren hatte. Er wohnte in
Arizona, wo, wie er uns auschweifend mitteilte, seine Katze vor lauter
Langeweile Skorpione fing.
Die drei machten eine ausgedehnte Wanderung durch die Rockies und hatten
umfangreiche Ausrüstung bei sich.
Der »Native« war bester Laune, und wir verbrachten einen lustigen
gemeinsamen Abend am Lagerfeuer. Er besaß einen großen Erfahrungsschatz, sah
aber um
einiges jünger aus als er tatsächlich war. Stories von rasanten Autofahrten
in
Arizona und über Schlangen und Bären wurden von ihm bildhaft erzählt. Im
Zuge der antretenden Dämmerung zeigte er
auf die Bergkuppen und konnte genau
vorhersehen, wo der Mond in gut zwei Stunden aufgehen wird.
Für den nächsten Abend verabredeten wir uns an einer Feuerstelle hinter dem
Badgerpass, den wir auf zwei unterschiedliche
Routen besteigen wollten.
Der Badgerpass ist über 2500 Meter hoch, und die Zeit der gut sichtbaren
Wanderpfade war vorbei. Die Landschaft wurde urwüchsiger und das Essen immer
weniger.
»Jan, ich glaube, mein kleiner Zeh ist gebrochen...«, teilte ich ihm bei
einer kurzen Rast an einem Bach mit.
»Meine Füße tun auch fürchterlich weh.«
»Aber ich glaube, ich kann bald nicht mehr richtig laufen. Es blutet
schon.«
Ich saß auf einem Baumstumpf und betrachtete besorgt meine Füße. Der linke
kleine Zeh schien gebrochen oder zumindest ernsthaft verstaucht.
»Mensch, Marco. Rede doch nicht ständig davon. Das Beste ist, wenn du deine
Stiefel tagsüber einfach anlässt«, erklärte Jan.
Der Hunger wuchs. Jeden Tag gab es nur ein paar Scheiben vom pappigen,
trockenen Brot und ein kleines Stück Salamiwurst. Die Bohnen hatten wir
längst mit
Wasser verdünnt und verspeist. Ein Bärenfilet musste her. Aber wer von uns
sollte einen Bären erlegen?
Unsere Stimmung schwankte von Stunde zu Stunde, doch Jan erwies sich als
hervorragender Begleiter, der niemals murrte oder sich über etwas
beschwerte.
Sicherlich taten auch ihm die Beine und Füße weh, und auch sein Hunger war
riesig, aber er wirkte relativ gelassen, und ich bin mir sicher, daß wir
eines
Tages unseren Plan Wirklichkeit werden lassen und in die abgelegenen
Northern
Territories fliegen.
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Immer wieder erzählte er mir abends am Feuer, wie sehr es ihm in den Bergen
gefalle, und daß er dort richtig abschalten könne. Die Landschaft sei
einmalig, und niemals habe er sich die Gegend dermaßen schön vorgestellt.
Der Badgerpass erforderte einige Anstrengung. Anfangs war der Wald am Fuße
des Berges sehr dicht und besaß reichlich Unterholz. Der Boden war morastig,
und man fühlte sich in einen Urwald versetzt. Vor uns im Schlamm des Pfades
bemerkten wir die Spuren verschiedener Tiere. In diesem dunklen Wald hätte
man
ein möglicherweise angreifendes Tier erst sehr spät bemerkt. Zu spät.
Ich malte mir bereits aus, wie sich ein Grizzly aufrichten und laut brüllen
würde, um uns anschließend mit seinen Tatzen zu zerfetzen und mit seinen
kräftigen Zähnen zu zerreißen.
Da wäre noch die Möglichkeit der Elchkuh, die um ihr kleines Kälbchen bangt
und schnaubend auf uns zu stürmen würde. Ein ungleicher Kampf in den
unwegsamen Wäldern zu Füßen des Badgerpasses. Wie hilflos kann der Mensch
sein!
( ... )
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Viel Spaß beim Lesen!
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Zur Person: Marco Bertram
Freiberuflicher Autor und Foto-Journalist
Zahlreiche Reisen nach Russland, Brasilien, Kanada, Ägypten und quer durch Europa.
Verfasser einer Vielzahl an Berichten, Reisereportagen und Kurzgeschichten.
Autor der beiden Bücher "In 7 Wochen von Rio nach Manaus" und "13 Reise-Fragmente".
Segelprojekt Berlin-Sydney 2000
Im April 2005 wurde eine Wanderausstellung zur deutsch-deutschen Grenze realisiert. Vorabpräsentation beim Europäischen
Parlament in Brüssel.
Diavorträge zur Transsib & zur deutsch-deutschen Grenze
größere Vorträge bisher: im Hyatt Hotel Köln für Gebeco, im Maritim Hotel Travemünde für die
Raiffeisenbank, in Lübeck, in Hartha, im Tränenpalast Berlin
Iron Curtain Trail: Unterwegs auf dem Balkan
Infos zu Marco Bertram

Schiffbruch bei heftigem Sturm auf der Nordsee im November 1999 - auf der Fahrt nach Sydney
gerieten zwei Segelboote vor Holland in schwere Seenot,
eine Busentführung im Norden Brasiliens, eine Festnahme an der slowakischen Grenze,
ohne Gepäck von Kairo nach Theben West.
mit der Transsib quer durch Asien, Leben in einem Zen-Kloster in New Orleans und eine mit Krankheit
verbundene Reise in Indien.
Dies sind die spannenden Höhepunkte im Reisebuch "13 Reise-Fragmente" von Marco Bertram
und Mark Bauch.
Details zum Reisebuch.
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Auch 2008/09 gibt es wieder Diavorträge, die deutschlandweit
angeboten werden.
Mit der Transsib geht es von Vladivostok über Irkutsk und Ulaanbaatar nach Beijing.
Infos zum Diavortrag gibt es hier!
Das Segelprojekt Berlin-Sydney 2000.
Im Herbst 1999 sollte es mit zwei selbst gebauten Segelbooten zu den Olympischen Spielen nach Australien
gehen, doch ein schwerer Sturm auf der Nordsee durchkreuzte alle Pläne!

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Australien" erklärt, was "Working-Holiday" ist und wie es durchdacht geplant und
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Weitere Infos zum Buch
Im Fotoarchiv von www.ddr-fotos.de werden online hunderte s/w-Aufnahmen aus der DDR gezeigt.
Das Archiv umfasst insgesamt rund 50.000 Fotos und erstreckt sich im Zeitraum von 1949 bis 1973.
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