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Die Stadt Lyon in der Region Rhône-Alpes
Bienvenue à Lyon! Es ist erstaunlich, dass es keine speziellen Reiseführer über die Stadt Lyon gibt. In den
meisten Frankreich-Reiseführern wird Lyon nur ganz kurz und knapp abgehandelt, obwohl diese Stadt so
einiges zu bieten hat!
Zum Jahreswechsel 2002/03 verweilte ich mit Mirjana Pavljak aus Berlin und Karsten Höft aus Recklinghausen
einige Tage in der Stadt an den Flüssen Rhône und Saône. Lyon mit seiner großen, von der UNESCO zum
Weltkulturerbe erklärten Altstadt überraschte uns sehr mit seinen hübschen Gassen, mit der Basilique Notre-Dame de
Fourviere, mit all seinen nachts beleuchteten Brücken, mit all den Bistros und Brasseries und Bouchons.
Anlass zum Abstecher nach Lyon gab Carl Dury, der zur Zeit an der
Humboldt Universität in Berlin studiert und
das Buch "13 Reise-Fragmente" von Mark Bauch und mir ins Französische übersetzt. Carl Dury ist im von Lyon nicht weit
entfernten Limonest beheimatet und lud uns über den Jahreswechsel nach Frankreich kurzerhand ein. So hatten
wir vor Ort eine Person, die uns die besten Ecken der Stadt und das Umland von Lyon zeigen konnte.
Mit Air France ging es von Berlin und Düsseldorf zum Flughafen Lyon Saint Exupéry, der ein ganzes Stück außerhalb
der Stadt liegt.
Mit dem Auto fährt man eine ganze Weile, bis man das Zentrum von Lyon und Villeurbanne erreicht. Vorbei an
Gewerbegebieten und verschiedensten Firmengeländen. Unser Hotel lag am äußeren Rand der Innenstadt am
Boulevard des Etats-Unis. Es handelte sich um das Centre International de Séjour de Lyon, das man durchaus
weiterempfehlen kann, da man mit Bus oder Tram recht schnell zum Bellecour im Herzen der Stadt
gelangt. Der Preis lag pro Person und Nacht bei etwa 23 Euro.
Die Fläche von Lyon ist nicht übermäßig groß und kann mit den vier Metrolinien A bis D, den beiden Tramlinien
und den vielen Buslinien sehr gut erschlossen und erkundet werden. Der Innenstadtbereich erstreckt sich über die
Halbinsel zwischen den zusammenströmenden Flüssen Rhône und Saône und die Altstadt am Westufer der Saône. Die Altstadt
von Lyon ist Weltkulturerbe der UNESCO, und die Gassen und Häuser sind teilweise viele Jahrhunderte alt. Als Besucher
ist man anfangs überrascht, wieviel es in der Altstadt und in der etwas neueren Innenstadt rings um den Platz
Bellecour zu entdecken gibt.
Lyon ist eine Stadt des Lichts. Abends werden sämtliche Brücken über Rhône und Saône, viele historische Gebäude, Teile
des Uferbereichs und die auf einem Hügel befindliche Kathedrale angestrahlt. Und dies nicht nur im einfachen weiß oder
orange - nein - teilweise werden auch rote und blaue Farbtöne verwendet, so dass abends und nachts ein imposantes Gesamtbild
entsteht. Die beiden Flüsse und die Hügel auf Seiten der Altstadt lockern das Stadtgefüge auf und schaffen in Kombination
mit den historischen Gebäuden ein tolles Stadtflair.
Vom Hügel, auf dem sich die Kathedrale Notre-Dame de Fourvière und ein alter Funkmast befinden, hat man tagsüber und am Abend
einen unvergesslichen Blick auf die Stadt und das Vorland. Bei klarem Wetter kann man am Horizont die schneebedeckten
Bergketten der Alpen erkennen.
Lyon kann durchaus mit Städten wie Prag und Budapest mithalten. Cafés und Restaurants gibt es an jeder Ecke. Nicht ohne Grund
ist Lyon die Stadt der französischen Küche! Die Preise gestalten sich recht unterschiedlich. Für einen Café au lait zahlt
man durchaus moderate Summen, ein Irish Coffee kann dagegen schnell 9,20 Euro kosten. Ein Döner auf die Hand kostet
in der Altstadt 4 Euro, und die Gerichte kosten in den Bouchons, Brasseries und Restaurants recht unterschiedlich. Ein vorheriger Blick
auf die Karte ist in Lyon stets sehr empfehlenswert...
Gratis ist der Eintritt in den Botanischen Garten, den Zoologischen Garten und das alte, römische Amphietheater. Letzteres ist ein
Highlight bei einem Besuch in Lyon. Die Ausmaße sind recht erheblich, und es sind noch einige Grundmauern und Rest der Theateranlagen zu bestaunen.
Lyon besitzt auch das größte Einkaufszentrum Europas, was meiner Meinung nach aber nicht sehenswert ist, da es sehr eng und muffig erscheint. Angenehm
sind dagegen die Freundlichkeit und Gelassenheit in den Supermärkten und den öffentlichen Verkehrsmitteln.
Musik wird überall abgespielt, sogar in den Bussen ertönen zum Teil alte französische Chansons. Die Metro ist eh ein Pol der Ruhe. Dort merkt man
kaum, dass man sich in einer Großstadt befindet. Die Musik in den Gängen erinnerte mich sehr an
Montreal, wo ich solche Musik auch während meines Aufenthaltes vernehmen konnte.
Ein Tipp für jeden Besucher, der einmal im Internet die Nachrichten checken möchte, ist das Raconte - moi la terre, eine Mischung aus
Buchhandlung und Café, in dem es leckeren fromage blanc mit Ahornsirup gibt!
Ein Muss ist auch das Opernhaus von Lyon - eine gelungene Mischung aus alter und moderne Tradition und Architektur, gerade
am Abend bei Beleuchtung ein Höhepunkt der Gebäude Lyons.
Da wir uns zum Jahreswechsel in Lyon befanden, war die große Frage, wie die Bewohner Silvester feiern. Knaller, Böller und
Raketen waren an jenem Abend verboten. Geböllert werden darf nur zum französischen Nationalfeiertag und zum Stadtgeburtstag Lyons. Trotz
des ausbleibenden Feuerwerks machten wir uns zu dritt auf den Weg zur Kathedrale. In einer Seitenkapelle fand ein dreistündiger
Gottesdienst statt, der allein der toll klingenden französischen Gesänge wegen ein Erlebnis war. Um halb 12 fanden
wir uns mit einer handvoll anderer Touristen am Geländer des Hügels wieder und blickten neugierig auf die Stadt und wetteten, wieviele
Raketen wohl in den nächtlichen Himmel steigen würden. Na, vielleicht waren es 20, 30 Rakten, die ihren Weg in den Himmel fanden. Typisch für Lyon war
das laute Autogehupe um Mitternacht. Auf die Straßen und Plätze gingen dagegen wenige Einwohner. Die meisten hatten sich einen Tisch
in einem der vielen Restaurants reserviert und aßen dort feierlich zu Abend. Lyon - die Stadt der besten Köche der Welt und Feinschmecker.
Was feinschmecken bedeutet, konnten wir zwei Tage zuvor bei einem Besuch bei der Familie Dury im Vorort
Limonest erfahren. Die Familie war sehr erfreut über unseren Besuch und gab ihr bestes, uns kulinarisch zu verwöhnen. Ganze
sechs Stunden dauerte das Essen, das sich über den ganzen Nachmittag hinzog. Oliven, Gänseleberpastete mit Baguette, Fleisch in
Öl geschmort, Crisps, feine Konditortorte, Obst, drei verschiedene Weine und abschließender Champagner sorgten für ein Festmahl, das allerdings
nicht schwer im Magen lag. Ganz im Gegenteil, die kleinen Häppchen, die es peau à peau gab, ließen
sich hervorragend verdauen, und der Wein passte sich stets dem Essen optimal an...
Das Wetter im Großraum Lyon kann selbst im tiefsten Winter mit einer netten Überraschung aufwarten. Während unseres Besuchs gab es
stets Temperaturen im Bereich von 8 bis 16 Grad Celsius.
Ach ja, weiterhin postiv überrascht war ich von der Preisen der öffentlichen Verkehrsmittel und der Taxis. Der Preis für ein Tagesticket für
Bus und Bahn ist nicht wirklich der Rede wert, und eine nächtliche Fahrt mit dem Taxi vom Zentrum der Stadt ins vielleicht zehn
Kilometer entfernte Hotel kostete mit Trinkgeld 12 Euro.
Einziges wirkliches Problem von Lyon sind die Nächte. Die Kriminalität in den Randgebieten ist nachts wirklich hoch, und die Nachtbusse
verkehren meist deshalb nur bis 23 oder 24 Uhr!! Es wird ganz einfach empfohlen, sich ein Taxi zu nehmen. Wie überall in Frankreich
wohnen auch in Lyon viele Algerier und andere arabisch stämmige Bürger, und gerade mit den Jugendlichen gibt es vermehrt Konflikte und Probleme.
Doch sollte man sich davon nicht abschrecken lassen, schließlich hat jede Großstadt ihre Probleme, und insgesamt gesehen ist Lyon
wirklich mehr als eine Reise wert!!!
Die letzten Forenbeiträge des Reise-Forums:
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Zur Person: Marco Bertram
Freiberuflicher Autor und Foto-Journalist
Zahlreiche Reisen nach Russland, Brasilien, Kanada, Ägypten und quer durch Europa.
Verfasser einer Vielzahl an Berichten, Reisereportagen und Kurzgeschichten.
Autor der beiden Bücher "In 7 Wochen von Rio nach Manaus" und "13 Reise-Fragmente".
Segelprojekt Berlin-Sydney 2000
Im April 2005 wurde eine Wanderausstellung zur deutsch-deutschen Grenze realisiert. Vorabpräsentation beim Europäischen
Parlament in Brüssel.
Diavorträge zur Transsib & zur deutsch-deutschen Grenze
größere Vorträge bisher: im Hyatt Hotel Köln für Gebeco, im Maritim Hotel Travemünde für die
Raiffeisenbank, in Lübeck, in Hartha, im Tränenpalast Berlin
Iron Curtain Trail: Unterwegs auf dem Balkan
Infos zu Marco Bertram

Schiffbruch bei heftigem Sturm auf der Nordsee im November 1999 - auf der Fahrt nach Sydney
gerieten zwei Segelboote vor Holland in schwere Seenot,
eine Busentführung im Norden Brasiliens, eine Festnahme an der slowakischen Grenze,
ohne Gepäck von Kairo nach Theben West.
mit der Transsib quer durch Asien, Leben in einem Zen-Kloster in New Orleans und eine mit Krankheit
verbundene Reise in Indien.
Dies sind die spannenden Höhepunkte im Reisebuch "13 Reise-Fragmente" von Marco Bertram
und Mark Bauch.
Details zum Reisebuch.
Eine Bestellmöglichkeit gibt es bei:
www.amazon.de

Häuser in der Altstadt von Lyon

Die Oper von Lyon mit einer modernen Dachkonstruktion
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