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Durch die Berge des Riesengebirges - Krkonoe
Aktuell: Im Reise-Forum wird gerade intensiv über mögliche Wanderungen in den Hochgebirgen diskutiert und ausgetauscht!
Im Mai 1995 wanderte ich mit Jan Mill für zwei Wochen in den Bergen des Riesengebirges und
folgte den Spuren des Rübezahls...
Zwei Jahre zuvor waren wir bereits in den kanadischen Rocky Mountains unterwegs, und somit kannten
wir uns sehr gut, und es stand einer interessanten Wanderung nichts mehr im Wege. In den Rocky Mountains
marschierten wir von der Kleinstadt Banff
durch einen Nationalpark über zwei Gebirgspösse nach Lake Louise.
Diese Tour wurde hart und strapaziös, da unser Schuhwerk nicht das beste war und uns die Vorräte ausgingen. Nur unter
großen Anstrengungen erreichten wir nach einer Woche die in der Nähe des gleichnamigen Gletschersees gelegene Ortschaft Lake
Louise.
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Auf der Tour durch das polnische und tschechische Riesengebirge sollte es dagegen ein wenig ruhiger und gemütlicher zugehen. Von Berlin
aus fuhren Jan und ich mit der Bahn in die polnische Kleinstadt Jelenia Gora, wo wir auf einem nahen Zeltplatz nächtigten und auf einem
überdimensional großen Schachbrett eine Partie mit
riesigen Holzfiguren spielten.
Mit einem Bummelzug ging es am kommenden Morgen von Jelenia Gora aus in die Ortschaft Karpacz, von wo
unsere Wanderung in Richtung Schneekoppe, einem 1602 Meter hohen Berg an der Grenze zwischen Polen und der CSR,
begann.
Von Karpacz bis zur Schneekoppe, auf tschechisch Snezka, waren gut 10 Kilometer zurückzulegen. Bereits aus
einiger Entfernung war die breite Kuppe des Berges auszumachen. An den Nordhängen lagen selbst im Mai noch einige
Schneefelder. Wie uns Leute mitteilten, lag im April noch eine komplette Schneedecke auf den Berghängen und in den Tälern.
Granica Panstwa, Przekraczanie
Zabronione. Genau über den Gipfel der Schneekoppe verläuft die Grenze der einstigen Bruderstaaten VR Polen
und CSSR. Eine futuristische Bergstation aus sozialistischer Zeit war und ist Treffpunkt vieler Wanderer und Touristen, die
mit einem Sessellift hinauffahren.
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Jan und ich folgten in Richtung Osten einem kahlen Berkamm, der nur mit Geröll, Gräsern und kleinen Krüppelkiefern bedeckt war.
Auf dem Weg nach Pomezni Boudy passiert man einige Berge, die die Grenze zwischen Polen und der CSR markieren. Der 1410 Meter hohe
Czarna Kopa, der 1164 Meter hohe Sowia Przel, der 1282 Meter hohe Skalny Stol und der 1268 Meter hohe Czolo.
Von Pomezni Boudy liefen wir in Richtung Süden zu
den Ortschaften Dolni Mala Upa und Janské Lázne. Die Landschaften
waren bestechend schön, und man konnte manchmal denken, man wandere in den kanadischen Bergen oder in Skandinavien.
Das Riesengebirge hat einiges zu bieten, und die Landschaften sind sehr abwechslungsreich. Mal läuft man
in den Tälern an grünen Wiesen vorbei, die mit gelben Butterblumen übersät sind, mal überquert man karge
Geröllfelder, und mal geht es durch enge Schluchten, durch die sich muntere Gebirgsbäche ins Tal schlängeln.
Einen passenden Ort für unser Zelt zu finden war nicht schwer, und die Nächte waren romantisch. Nur einmal
hatten wir Mühe, rechtzeitig einen Schlafplatz ausfindig zu machen. Ein dichtes Nebelfeld überraschte uns am frühen Abend
und zwang uns zu einen raschen Abstieg ins bewaldete Tal.
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Zweimal nächtigten wir in zwei verlassenen Häusern. Das Wetter war regnerisch und trüb, und Jan und ich waren froh, ein festes Dach
über dem Kopf zu haben. Wohl fühlten wir uns trotz des festen Daches nicht in den alten Gemäuern. Im Kerzenschein
wirkten die vielen Räume und langen Flure der einstigen Herberge mehr als unheimlich. Es war kaum möglich, fest zu schlafen,
und permanent schreckte man bei plötzlichen Geräuschen auf. Mal war es ein Käuzchen, mal war es ein knarrender Balken, der
uns einen Schrecken einjagte.
Die Dörfer und Ortschaften in den Tälern waren stets nett anzuschauen. Im Sommer 1979 (!) verbrachte ich mit meinen
Eltern die Ferien im Sankt Peters Tal, in der Nähe von Spindlersmühle. 16 Jahre später kehrte ich nach Svaty´ Petr an den Ort zurück,
wo ich als 6jähriger das erste Mal in meinem
Leben mit einem Gebirge in Berührung kam...
Es war ein schönes und zugleich merkwürdiges Gefühl, 16 Jahre später vor der Herberge mit dem Namen "ZDAR BUH" zu stehen.
Das dreistöckige Holzhaus sah noch fast genauso aus wie ich es als kleines Kind das letzte Mal gesehen
hatte. Ein Stück weiter befand sich noch immer die kleine, weiße Kapelle mit dem grünen Blechdach. Nur der Baumbewuchs in dem Tal hatte
im Laufe der anderhalb Jahrzehnte dramatsich abgenommen.
Folgte man einer Asphalstraße, so erreichte man nach einer halben Stunde Fußmarsch den Ort Spindleruv Mlyn.
Nach einer Pause und einem schmackhaften tschechischen Bier in einer der vielen Bauden ging es für uns weiter in Richtung Norden, wo wir wieder auf
den Bergkamm stießen, der Polen und die CSR trennt. Am 1506 Meter hohen Berg Wielki Szyszak vorbei wanderten Jan und ich die kommenden Tage über
einige Berghänge und Täler, bis wir den Wintersportort Harrachov erreichten, in dem unsere Wandertour endete.
Mit einem Bus fuhren wir nach Decin und nahmen von dort aus den Zug in Richtung Dresden und Berlin.
Allen, die gerne wandern und ihre Zeit in freier Natur verbringen möchten, aber nicht so viel Geld für die Anreise ausgeben wollen, sei das Riesengebirge wärmstens zu empfehlen.
Die Natur im Krkonose ist reizvoll, und ein Zelt kann man ohne Probleme überall in freier Natur aufschlagen!
Die letzten Forenbeiträge des Reise-Forums:
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Zur Person: Marco Bertram
Freiberuflicher Autor und Foto-Journalist
Zahlreiche Reisen nach Russland, Brasilien, Kanada, Ägypten und quer durch Europa.
Verfasser einer Vielzahl an Berichten, Reisereportagen und Kurzgeschichten.
Autor der beiden Bücher "In 7 Wochen von Rio nach Manaus" und "13 Reise-Fragmente".
Segelprojekt Berlin-Sydney 2000
Im April 2005 wurde eine Wanderausstellung zur deutsch-deutschen Grenze realisiert. Vorabpräsentation beim Europäischen
Parlament in Brüssel.
Diavorträge zur Transsib & zur deutsch-deutschen Grenze
größere Vorträge bisher: im Hyatt Hotel Köln für Gebeco, im Maritim Hotel Travemünde für die
Raiffeisenbank, in Lübeck, in Hartha, im Tränenpalast Berlin
Iron Curtain Trail: Unterwegs auf dem Balkan
Infos zu Marco Bertram

Schiffbruch bei heftigem Sturm auf der Nordsee im November 1999 - auf der Fahrt nach Sydney
gerieten zwei Segelboote vor Holland in schwere Seenot,
eine Busentführung im Norden Brasiliens, eine Festnahme an der slowakischen Grenze,
ohne Gepäck von Kairo nach Theben West.
mit der Transsib quer durch Asien, Leben in einem Zen-Kloster in New Orleans und eine mit Krankheit
verbundene Reise in Indien.
Dies sind die spannenden Höhepunkte im Reisebuch "13 Reise-Fragmente" von Marco Bertram
und Mark Bauch.
Details zum Reisebuch.
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